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Pressebericht aus dem Phryso

Das Motto: Spass, Spannung und Abwechslung


Mit motivierender Bodenarbeit fängt alles an!

„Am Boden fängt alles an. Was dort nicht klappt, das braucht man unter dem Sattel gar nicht erst zu üben!“ Diese Einstellung vertritt meine Besitzerin, seit ich sie im Februar 2006 das erste Mal gesehen habe. Ich stand auf dem Sandplatz in meiner alten Heimat, dem Barockpferdegestüt Gunsch-Dirlewanger und wusste noch nicht, dass ich bald in ein neues Zuhause umziehen werde.

Viele Pferde in den verschiedensten Ställen, werden so longiert: Halfter anziehen – die Longe wird montiert – und ab geht’s… Runde um Runde im Kreis herum laufen. Und da soll man dann noch motiviert mitmachen?

Zum Glück war dies bei mir nicht so! Ich durfte schon als ich klein war mit viel Spass und Freude auf dem Sandplatz die Bodenarbeit geniessen. Durfte über Cavalettis laufen – frei – ohne Longe – einfach meiner Mama nach. Und auch sonst, wurde sehr einfühlsam mit mir gearbeitet.

Bei meiner Besitzerin ging die behutsame Arbeit weiter. Ich hatte das Glück zu jemandem zu kommen, wo die Longen- und Bodenarbeit anders gelernt wurde. Die ruhige und konzentrierte Arbeit gehört genau so zur Vorbereitung auf das Reiten, sowie auch zur weiterführenden Arbeit. Ist es nämlich möglich sogar Lektionen wie Piaffe, Passage und Galoppwechsel mit einzubeziehen.

Dies hat zur Folge, dass die gesamte Ausbildung überhaupt nicht langweilig, sondern mit sehr viel Abwechslung gestaltet werden kann.

So bin ich also im Juli 2007 in den neuen Stall gezogen und fühlte mich von Anfang an sehr wohl. Mit vielen anderen Pferden durfte ich die Weide geniessen und mich erstmals an die neue Situation akklimatisieren. Nein, es wurde die 1. Woche fast nichts mit mir gearbeitet – ich durfte den Stall und die Gegend kennen lernen, meine Stallgefährten betrachten und einfach auf der Weide in Gelassenheit, wenn ich nicht gerade eine Auseinandersetzung mit der Leitstute hatte, grasen. Als ich frisch auf die Weide kam, wollte ich natürlich sofort ein Machtwort sprechen, was der langjährigen Leitstute in der Herde nicht so richtig passte!



Eine gute Grundausbildung ist viel Wert!

Nun gut. Als ich mich dann akklimatisiert hatte, begann für mich ein neuer Lernabschnitt. Ich lerne sehr gerne, was die Sache um einen Grossteil vereinfachte. Schnell merkte meine Besitzerin, was alles in mir steckte. Wie motiviert und lernfähig ich war.

Sie begann die Unterrichtsstunde am Boden mit Führübungen. Halten, seit- und rückwärts gehen, Antreten. Natürlich waren das bekannte Lektionen, sie wurden mir schon von klein auf beigebracht!

Eine gute Grundausbildung ist sehr viel Wert! Somit konnte meine Besitzerin einen Schritt weiter gehen, da sie sicher war, dass ich auf ihre Kommandos und ihre Körpersprache achten würde.



Die Pylonenarbeit an der Longe

Eines Tages standen plötzlich farbige Töggeli, genannte Pylonen, in der Mitte, die natürlich zuerst einmal genau inspiziert werden mussten! Ich wusste ja nicht richtig, was dies sollte. Jedoch merkte ich sehr rasch, dass es darum ging, die Dinger weder anzurempeln noch umzuschmeissen! Mit Hilfe dieser Pylonen lernte ich vorgegebene Wege genau zu durchlaufen und allenfalls exakt an einem Pylonen anzuhalten. Zudem dienen die Pylonen dazu, dass eine gute Biegung verlangt werden kann, was sich sehr positiv auf die Gymnastizierung und Geschmeidigkeit auswirkt! Es hiess also nicht immer im Kreis herum gehen, sondern ich dufte Volten, Achten, Wechsel und Stopps zeigen. Zusätzliche Distanzvariationen mit späteren Seitengängen zeigten mir, dass das Longieren nicht langweilig sein muss! Im Gegensatz – schnelle Wechsel – Takt- und Tempoveränderung verlangen ein sehr genaues Hinschauen und Achten meinerseits auf das, was meine Besitzerin mit vorankündigte!



Dazu Seitengänge an der Longe

In meinem Eifer, den ich neu dazugewonnen hatte, lernte ich sehr schnell den ersten Seitengang „das Schulterherein“ an der Longe.
Dies war nicht so schwierig. Zu Beginn machte ich es zwar nicht ganz so richtig. Ich empfand es als so anstrengend immer die innere Schulter schön hoch heben zu müssen, dass ich sie einfach fallen lies. Was aber schnellstens korrigiert wurde, da sonst der gymnastizierende Effekt verschwunden wäre.


Nach dem diese Korrektur vollbracht war, wechselten wir über zum zweiten Seitengang „dem Travers“. Anschliessend konnte abgewechselt und variiert werden. So musste ich zum Beispiel immer einen halben Zirkel Schulterherein, die zweite Hälfte Travers laufen. Auch da sind den Übungsvariationen keine Grenzen mehr gesetzt! Lassen sich die Seitengänge auf dem Zirkel, wie auch auf der Geraden an der Longe laufen.
Zusätzlich werden auch die Traversalen einbezogen, die zuvor an der Hand geübt wurden.


Dies ist nämlich auch keine Hexerei, sobald Pferd und Führer einmal die Positionen geklärt haben und das Pferd gelernt hat, an die Longiergerte heranzutreten.
Es ist selbstverständlich, dass alle Seitengänge, welche zur Gymnastizierung dienen, auch beim Reiten eingebaut werden.



Kleine Kunststücke dienen zur Auflockerung

Weiter übten wir zwischen drin verschiedene Kunststücke. Dies darf ich während dem Arbeiten machen, als Auflockerung. Gibt’s doch dann immer ein Guzi, wenn ich’s gut gemacht habe. Begonnen wurde mit dem Beine überkreuzen das sogenannte „Relax“.

Dies habe ich ziemlich schnell kapiert – nur vom Sattel aus, da klappt‘s noch nicht immer ganz. Kann ich mit Reiterin mein Gleichgewicht noch nicht so halten und muss mich ständig ausbalancieren.


Dafür klappt das Kompliment wie man sieht – beidseitig. Zu Beginn war es für mich etwas schwierig. Aber meine Besitzerin hat mich immer so fest gelobt und motiviert, dass ich dieses Kunststück nun schon fast ohne Hilfe kann!
Mein Lieblingskunststück ist aber eindeutig ein ganz anderes. Da ich sowieso immer und überall den Überblick behalten möchte, fand ich es super, als Regina plötzlich mit einem Podest ankam! Mittlerweile ist es sogar so, dass sie das Ding in die Mitte stellen kann, und wehe sie schaut nicht – Schwups, bin ich schon drauf!Eine nächste Zirzensische Lektion, die mir auch sehr Spass macht ist der Spanische Schritt! Den konnte ich nämlich schon ein bisschen. Ich muss nur noch lernen, flüssiger zu gehen, aber wir sind auf gutem Wege!



Das freie Longieren:
Ein Spiegel der Kommunikation zwischen Mensch und Pferd

Ab und zu, wenn wir ganz alleine in der Halle sind, werde ich auch frei longiert. Dies macht mir sehr viel Spass. Durch feinste Kommunikation mache ich Innenwendungen und Auswärts-wendungen.

Volten in der Ecke und Wechsel durch die Zirkel. Alles aneinander gehängt ergibt einen Tanz zusammen mit meiner Besitzerin.
Wenn in der Mitte ein Pylonen-Slalom steht, laufe ich sogar ohne Longe den Slalom im Schritt und im Trab, welche nur durch Körpersprache angedeutet wird!



Die Doppellongenarbeit

Habe ich jetzt einen Grossteil über die Longenarbeit erzählt. So möchte ich jetzt über einen weiteren Baustein meiner Ausbildung berichten. Ich durfte vor zwei Jahren an meinem ersten Doppellongenkurs bei Arnoud von der Sman mitmachen! Der Ausbilder merkte sehr schnell, dass ich auf sehr feine Hilfen der Körpersprache reagiere. Ich arbeitete so eifrig mit, dass es überhaupt nicht schwierig war, mich an der Doppellonge durch einen gesamten Parcours aus Stangen, Slalom, Gassen und Pylonen zu lenken. Ich helfe und denke natürlich mit. Die Doppellongenarbeit ist eine tolle Abwechslung zur einfachen Longenarbeit.


Aufmerksamkeit fördern und fordern

Meiner Besitzerin ist es wichtig, dass ich konzentriert und motiviert mitarbeite. Ich soll aufmerksam bei der Arbeit sein. Damit auch beim Reiten keine Langeweile entsteht, werde ich auch dort immer wieder gefordert. So benutzen wir nicht nur Pylonen um ein abwechslungsreiches Trainings-programm zu gestalten, sondern auch die Dual-Aktivierungsgassen. Sie dienen als Hilfsmittel um zum Beispiel Wege wie Slalom und Quadratvolten vorzugeben. Die beiden Farben aktivieren zusätzlich beide Hirnhälften.
Einmal im Monat bin ich zusammen mit anderen Pferden in der Dual-Reitstunde. Auch da werde ich immer wieder vor neue Aufgaben gestellt, welche mir gut tun und mich im Takt, in der Losgelassenheit und im Schwung fördern. Es wird sehr darauf geachtet, dass ich mich im Rücken entspannen kann und somit zufriedener laufe.



Mit viel Spass und Spannung

Nun hoffe ich, allen Pferdebesitzern einen kleinen Einblick in mein tägliches Übungsprogramm gezeigt zu haben. Was kann doch mit viel Vertrauen, gegenseitigem Respekt und ausreichender Motivation alles erreicht werden!


So kann eine gesunde und abwechslungsreiche Gymnastizierung Spass und Freude machen und zugleich noch Gutes tun!

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